Senf zur Woche – Zwei Mini-Meilensteine

Letzte Woche ist der Senf zur Woche ausgefallen, weil ich als „rasende Reporterin“ auf der Filmschau Baden-Württemberg unterwegs war. Eine tolle Erfahrung!
Aber heute gebe ich wieder meinen Senf ab, zum Frauenwahlrecht in Saudi-Arabien und dem Klimagipfel in Paris.

In Saudi-Arabien wurden direkt Frauen in Gemeinderäte gewählt, nachdem Frauen erstmals das aktive und passive Wahlrecht gestattet wurde. Gut! Ich sehe das als einen kleinen Durchbruch. Wobei man natürlich nicht vergessen darf, dass Saudi-Arabien mit seiner streng ausgelegten Scharia den Menschenrechten noch ziemlich hinterherhinkt.

Ich wünsche den neugewählten Politikerinnen viel Erfolg und hoffe, dass ihnen nicht allzu viele Steine in den Weg gelegt werden. Hoffentlich ziehen bei den nächsten Wahlen noch mehr Frauen in die Gemeinderäte ein!

 

Der Klimagipfel in Paris ist abgeschlossen und die Staaten der Welt haben sich auf einen Klimavertrag geeinigt. Ich sehe viele skeptische bis komplett pessimistische Kommentare auf den Nachrichtenseiten. „Das bringt doch eh nichts“, „Viel zu spät“, „Das kriegen die Regierungen doch eh nicht auf die Reihe“, und so weiter. Diesen Pessimismus kann ich gut verstehen, weigere mich jedoch, in das Gemaule mit einzusteigen. Mit dieser Einstellung können wir auch gleich von der Klippe springen.
Natürlich sollte man den Klimavertrag kritisch auseinander nehmen und untersuchen, was da jetzt tatsächlich beschlossen wurde. Und ja, es ist eher unwahrscheinlich, dass sämtliche Länder mit dem nötigen Einsatz auf die festgelegten Ziele hinarbeiten, wenn das Nichterfüllen keine Sanktionen nach sich zieht.
Trotzdem: Das Abkommen ist keine Vorgabe von „oben“, die sich hinterher eh nicht durchsetzen lässt. Sondern die Länder haben sich zuerst selber Ziele gesetzt, diese miteinander abgeglichen und sich dann auf gemeinsame Ziele geeinigt. Das zeigt zumindest, dass sich alle der Problematik bewusst sind, keiner leugnet mehr die Gefahren. Das ist schon mal gut.

Okay, ich finde es selbst ein bisschen traurig, dass ich meine eigenen Ansprüche an diesen Klimagipfel so niedrig ansetze. Leider zeigt die Realität, dass die Regierungen sich eher die Köpfe einschlagen, wenn unterschiedliche (meistens wirtschaftliche) Interessen aufeinanderprallen, als sich auf eine welt- und menschenfreundliche Lösung zu einigen. Dagegen kann ich als Einzelperson nicht viel machen.

Was ich, und jeder Andere, dagegen sehr wohl tun kann, ist ressourcensparender denken und handeln. Diese Wegwerfmentalität muss sich ändern! Verpackungsmüll schadet der Welt. Enormer Fleischkonsum schadet der Welt. Jedes Jahr ein neues Handy schadet der Welt.
Oftmals ist es gar nicht so schwierig, etwas nachhaltiger zu leben. Der Zusammenhang muss einfach klarer werden. Wir brauchen eine bessere Aufklärung der Gesellschaft darüber, welche Auswirkungen dieser gedankenlose Massenkonsum hat.

Da könnten mir jetzt wieder die Ja-aber-Sager Vorwürfe machen, dass ich „die da oben“ aus der Verantwortung ziehe. Nö. Will ich gar nicht. Ich bin einfach nur realistisch. Ich kann sture, kapitalistisch denkende Politiker nicht umstimmen. Und ich werde bestimmt nicht dabei zusehen, wie die auf Klimagipfeln um die Wette labern und mich darüber aufregen, dass doch nichts passiert. Drückt viel zu sehr auf die Stimmung.
Stattdessen fange ich lieber bei mir selbst an.
Das hilft gegen Pessimismus.

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